landratten.org Surf-Magazin landratten.org Surf-Magazin

Surf Training / Surfskates & Skaten für Surfer

Surfskate: Board-Test & Tipps zum Training für Surfer

Ein Surfskate ist eine extrem sinnvolle Anschaffung, wenn du unabhängig von Meer und Wellen an deiner Surf-Technik arbeiten willst – oder einfach nur Spaß haben. Gerade landlocked Surfer freuen sich darüber, auch zwischen Ihren Surf-Trips einen Hauch Surf-Feeling zu bekommen. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede verschiedener Surf-Skateboards, beinhaltet Test-Berichte beliebter Modelle und gibt Tipps für Surfskate Anfänger.

Was ist ein Surfskate oder Surf Skateboard?

Surfskate ist ein Übergriff für Skateboards, welche auf der Straße das Fahrgefühl eines Surfboards nachahmen. Der längere Name wäre schlicht Surf-Skateboard. Der Übergang zu Cruisern, Longboards und anderen Boardtypen ist fließend und lässt sich nicht eindeutig abgrenzen. Einige Typen kann man aufgrund spezieller Achsensysteme jedoch eindeutig als Surfskate bezeichnen.

Surfmanöver lassen sich im Prinzip auf jedem Skate- oder Longboard fahren. Die hersteller spezieller Surfskates richten ihre Boards aber exakt darauf aus, während andere eigenschaften einen geringeren Stellenwert bekommen. So lassen sich viele der Boards nicht oder nur sehr schwer pushen (Pushen ist die klassische Vortriebsmethode auf „normalen“ Skateboards).

Reine Surfskates sind eine relativ neue Erscheinung, die in Europa erst seit einigen Jahren Einzug gefunden hat. Der Gedanke des Surfens auf der Straße ist dagegen nicht neu. Bereits in den 70ern nutzen Surfer Skateboards um wellenlose Zeiten zu überbrücken. Populär dokumentiert ist das im Film Dogtown Boys*.

Warum du unbedingt ein Surfskate haben solltest

Neben dem reinen Spaßfaktor ist ein wichtiger Gedanke, dass die Boards es ermöglichen die Bewegungsabläufe von fortgeschrittenen Surf-Manövern mit großer Wiederholungsanzahl üben zu können.

Daher werden sie mittlerweile auch von den meisten professionellen Surf-Coaches verwendet. Das Training mit Surfskates ermöglicht sehr kurze Feedback-Schleifen zwischen Coach und Athlet und dadurch sehr schnelle Verbesserungen. Außerdem bietet es Unabhängigkeit von Bedingungen und Surf-Forecasts.

Surfskate Training Streetboardz

Hier ist das Surfskate in seinem Element: Gezieltes Training der Bewegungsmuster

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Surfskates besonders Populär, weil es hier sehr viele landlocked Surfer gibt. Sie bieten Surfern zwischen den Surftrips die Möglichkeit einen hauch Surf-Feeling zu bekommen und vor allem zu trainieren. Fernab vom Meer bieten Sie eine der besten Möglichkeiten seine Surf-Skills zu verbessern. Noch besser sind allenfalls stehende Wellen oder Wave Parks.

Hier Stichpunktartig die größten Vorteile von Surfskates:

  • Mit Surf Skateboards kannst du unvergleichliche Wiederholraten erreichen (eine der wichtigsten Komponenten beim Training)
  • Du kannst dein Bewegungsgedächtnis für Surfmanöver trainieren
  • Du kannst Fehler einfacher analysieren und korrigieren
  • Es macht irre Spaß!

Surfskaten ist relativ leicht zu lernen und mit entsprechender Schutzausrüstung und Vorsicht auch nicht besonders gefährlich. So kann es von Menschen fast aller Altersstufen erlernt werden und unabhängig von jedem Trainingseffekt macht es ziemlich viel Spaß.

Surfskate, Longboard & Skateboard – was sind die Unterschiede?

Möchte man die Skate-Welt aufteilen, lassen sich grob vereinfacht 3 Gruppen identifizieren, zwischen denen die Übergänge jedoch teils fließend sind:

  1. Skateboards
  2. Longboards
  3. Surf-Skateboards

Surfskates mit drehbar gelagerter Vorderachse sind sicherlich eine Sache für sich. Einige Modelle, wie z.B. das Carver CX, unterscheiden sich jedoch nur minimal von Cruiser Longboards. Teilweise ist es dann eher eine Frage des Setups der achsen oder, ob der Hersteller sein Board als Surf-Skateboard oder als Cruiser vermarktet.

Surfskate Achsen

Die Achsen sind das Herzstück eines jeden Surf Skateboards. Über sie wird das Fahrverhalten gesteuert, welches sich so sehr wie möglich wie Wellenreiten anfühlen soll. Auf dem Markt gibt es zwei weit verbreitete Philosophien sowie einige Einzelgänger, die ihr eigenes System verwenden (was nicht heissen soll, dass diese schlechter sind).

Rotierbare Achsen

YOW Surfskate Achse

Boards mit rotierbarer Vorderachse sind Surfskates in ihrer reinsten Form. Sie können aus dem Stand durch Pumpen fortbewegt werden, sind aber sehr schwer (wackelig) zu Pushen. Die Baseplate der Vorderachse ist bei dieser Variante entweder auf einer schwenkbar gelagerten Platte montiert oder selbst schwenkbar.

So lassen sich auf engstem Raum und ohne einen Fuß abzusetzen Surfmanöver trainieren. Neulinge ohne vorherige Skate-Erfahrung schätzen es ggf. nicht ein Bein zum Pushen vom Board nehmen zu müssen und permanent stabil auf beiden Füßen stehen zu können.

Bei rotierbaren Achsen ist es oft erforderlich die Hinterachse mit einem Höhenausgleich zu versehen, weil normale Achsen deutlich niedriger bauen. Dadurch steht man relativ hoch auf dem Board, verglichen mit anderen Systemen.

Das Board lässt sich durch eine Kombination vom Rotieren der Achse und vom Nachgeben der Lenkgummis (Bushings) in extrem enge Turns manövrieren.

Spacer Surfskate Achse
Der schwarze Spacer sorgt dafür, dass die Hinterachse genauso hoch liegt wie die rotierbare Vorderachse.

Ein Nachteil ist meiner Meinung nach, dass Modelle mit rotierbaren Achsen sich auch mit schlechter oder falscher Technik fortbewegen und sogar relativ enge Turns fahren lassen. Analysierst du deine Fahrtechnik sorgfältig (Video, Coach), muss das aber nicht unbedingt schlimm sein.

Achsen mit Reverse Kingpin

Bei Skate-Achsen unterscheidet man zwischen Standard Kingpin und Reverse Kingpin. Der Kingpin ist die Verschraubung, die die Lenkgummis (Bushings) fixiert. Beim Standard Kingpin sitzen dieser jeweils auf der Innenseite. D.h. bei der Vorderachse in Fahrtrichtung hinter der Achse und bei der Hinterachse in Fahrtrichtung davor. Beim Reverse Kingpin ist es entsprechend genau umgekehrt.

Standard Kingpin Setups sind agiler und etwas instabiler, während Reverse Kingpins stabiler sind und sich smooth verhalten bei Turns und beim Carven. Surf-Skateboard Achsen mit Reverse Kingpin haben meist einen sehr großen Baseplate-Winkel. Das ist der Winkel des Kingpins zur Baseplate (bzw. auch zum Deck). Dadurch kann das Board stark geneigt werden und enge Turns sind möglich.

BAseplate Winkel Reverse Kingpin
Baseplatze Winkel an einer Reverse Kingpin Longboard Achse.

Klassische Skateboards haben immer einen Standard Kingpin. Bei Longboards variiert es je nach Board und gewünschten Eigenschaften. Surfskates haben normal nicht vorne und hinten einen Reverse, sondern eine Kombination, bei der die Vorderachse Reverse und die Hinterachse Standard ist. Surfskates mit rotierbarer Achse dagegen verwenden i.d.R. einen Standard Kingpin.

Weitere Surf Skateboard Achsen-Systeme

Neben den zuvor genannten Kategorien, die einen sehr großen Teil der Surf-Skateboards Achsen ausmachen, gibt es auch hersteller mit völlig individuellen Systemen. Diese lassen sich dann oft nicht flexibel aufbauen sondern werden als Komplett-Boards verkauft. Da Surfskates häufig komplett gekauft werden, ist das aber nicht als Nachteil zu sehen.

Beispiele für Hersteller mit ganz eigenen Systemen sind das weiter unten getestete Streetboardz Dragon oder das Curfboard.

Surf-Skateboard Decks

Über Skateboard-Decks können Experten ausgiebig philosophieren. Wenn du es genau wissen willst, dann schaue mal in diesen Wiki. Hier möchte ich mich auf eine Eigenschaft beschränken: Die Länge des Decks, bzw. damit verbunden der Achsabstand (Wheelbase). Genau wie bei Surfboards kannst du mit kleineren Boards (bzw. kleinere Achsabstände bei Skates) engere Kurven fahren.

Bei Surfskates bedeutet ein größeres Board nicht automatisch eine größere Wheelbase , weil die Achsen je nach Deck an unterschiedlichen Positionen montiert werden. Viele Surfskates haben Cruiser Decks (z.B. YOW, Carver). Hier werden die Vorderachsen oft soweit es geht vorne montiert, was für die jeweilige Deck-Länge einen relativ großen Achsabstand mit sich bringt. Hast du z.B. ein klassischen Skateboard Deck in 32”, dann sind die Achsen bei gleicher Länge viel dichter aneinander.

Der Effekt einer längeren Wheelbase ist mit dem eines längeren Surfboards zu vergleichen. Mit kürzerer Wheelbase kannst du engere Turns fahren und das Brett reagiert agiler mit kürzerem Feedback.

Neben dem Fahrverhalten ist deine Körpergröße relevant für die Auswahl der Deck-Länge. Hier ist ganz einfach für größere Fahrer ein längeres Deck angesagt, weil die Füße sonst unnatürlich nah zusammenstehen.

Surfskate Tests & Modelle

YOW Surfskate

YOW Surfskate Puerto Escondido Way

Das YOW (Your Own Wave) Puerto Escondido war mein allererstes Surfskate. Das von YOW verwendete System ist sehr stark an das des australischen Herstellers Smoothstar angelehnt. Man könnte behaupten, dass die Spanier eine europäische Kopie der Smoothstar Boards liefern. Es ist jedoch auf keinen Fall ein Billig-Abklatsch. Sowohl Preis als auch Qualität sind bei YOW auf hohem Niveau.

Die rotierbare-Vorderachse des YOW kennzeichnet es als “reinrassiges” Surfskate. Die eigentliche Achse ist eine Kingpin-Achse wie bei jedem anderen Skateboard, ist jedoch auf eine verdrehbar gelagerte Base geschraubt. In dieser wirken Federn der Verdrehung entgegen. Die Federn gibt es in unterschiedlicher Härte, so dass je nach Härtegrad mehr oder weniger Gewicht auf das Board gebracht werden muss, um den gleichen Turn-Radius zu erreichen.

Eine Eigenart der Achsaufhängung von YOW ist, dass sie sehr empfindlich auf unebenheiten reagiert. Dadurch ist es bei höheren Geschwindigkeiten sehr instabil und auch bei Schlaglöchern, Gullys und sonstigen Hindernissen nicht besonders angenehm zu fahren. Zum cruisen durch die Stadt oder um mal richtig Gas zu geben ist das Achssystem daher nicht geeignet.

Aber: Für mich sind die Boards aus einem Grund unter den Favoriten, wenn es um Surf-Skateboards geht: Das Drehgelenk der Vorderachse lässt sich mit einer Schraube blockieren. Dadurch kann man das YOW dann wie ein ganz normales Cruiser Longboard fahren. Insbesondere wenn man eine saubere und Kraftvolle Pumptechnik trainieren will, ist das von Vorteil. Denn: Auch wenn es verschieden starke Federn gibt – Boards wie das YOW oder Carver C7 mit drehbarer Achse lassen sich schon mit einem bisschen Arschwackeln antreiben. Dein Surfboard würde bei der gleichen Bewegung aber noch lange nicht zucken. So bekommst du kein Feedback per Geschwindigkeitsverlust, dass du an deinem Bewegungs-Pattern beim Pumpen noch arbeiten musst.

Mit den YOW Surfskates bleibst du also flexibel. Mit einem Inbus kannst du die Schraube rein oder rausdrehen und damit die Achse blockieren oder freistellen. Möchtest du die Transition zwischen deinen Turns üben, ist es durchaus hilfreich ein Board zu haben, mit denen du sehr enge Turns fahren und leicht wieder beschleunigen kannst (drehende Achse). Schließlich gibts auf dem Asphalt keine Wellen, die dich anschieben. Willst du dagegen das generieren von Geschwindigkeit trainieren oder einfach nur durch die Stadt cruisen, drehst du die Schraube einfach wieder rein, um die Achse zu blockieren. So ist das Board flexibel für verschiedene Situationen gerüstet.

Noch praktischer wäre es natürlich, wenn es dafür eine Art Schnellverschluss gäbe, damit man nicht immer einen Inbus und eine Schraube in der Tasche mit sich rumschleppen muss. Vielleicht kommt das ja irgendwann.

Die drehbar gelagerte Achsaufhängung kannst du übrigens auch separat kaufen und so aus einem normalen Longboard oder Skateboard mit normalen Skate-Achsen ein Surfskate machen.

YOW Surfskate auf einen Blick:

  • Extrem enge Turns und Übung auf kleinstem Raum möglich
  • Du kannst immer mit beiden Füßen auf dem Board stehen
  • Sehr leicht zu Pumpen
  • Dadurch kaum Feedback bei schwacher Technik

YOW Surfskates kannst du hier kaufen*.

Carver CX.4 Surfskate

*

Wenn du keine Lust hast ständig an deiner Achse rumzuschrauben, um sie zu blockieren und wieder zu lösen, ist ein Board wie das Carver CX.4 eher etwas für dich. Die Bezeichnung CX.4 bezieht sich dabei allein auf die Achse und es gibt bei Carver fast alle Boards mit mehreren Achs-Typen. Die CX Vorder-Achsen sind nach dem Reverse Kingpin System mit einem sehr hohen Winkel aufgebaut. Die hintere Achse hat einen Standard Kingpin. Die Achsen sind verstärkt darauf ausgerichtet, dass sie sich bei Belastung in die Kurve drehen. Im Gegensatz zu rotierbaren Achsen drehen sie jedoch um den Kingpin und nicht um ein separates Lager. Dadurch ist der Effekt weniger Extrem. Von der Funktion her ist es im Prinzip ein für Surfer optimiertes Cruiser Longboard.

Ich habe (leider) kein eigenes Carver CX Surfskate, habe es aber schon häufiger getestet. Ich mag das System sehr. Es erfordert mehr Commitment und Druck aufs Board um damit enge Turns zu fahren. Das empfinde ich in Bezug aufs Surfen realistischer als etwa bei der YOW Achse, die sich sehr leicht zu engsten Turns überreden lässt.

Das Pumpen erfordert mit dem Carver etwas mehr Körpereinsatz als mit dem YOW, geht aber immer noch verhältnismäßig einfach von der Hand. Das oben beschriebene Problem, dass man sich schon mit etwas Hüftwackeln fortbewegen kann existiert also auch hier, aber nicht so stark wie beim YOW.

Beim Wettstreit Carver vs. YOW fällt es mir wirklich schwer einen Favoriten zu benennen. Ich finde beide empfehlenswert. Ich glaube, wenn ich jetzt nochmal vor einer Kaufentscheidung stände, würde ich zum Carver CX tendieren.

Von Carver gibt es auch noch die C7 Achse. Diese hat ein ähnliches Prinzip wie YOW und Smoothstar Surfskates. Wie gesagt gefällt mir am Carver CX jedoch gerade, dass die Achse nicht rotierbar aufgehängt ist.

Carver CX auf einen Blick:

  • Pushen und Pumpen möglich
  • Nicht so empfindlich gegenüber Unebenheiten und Stößen
  • Surfskaten und Cruisen durch den Alltag möglich
  • Die „Pumpbarkeit“ ist ein guter Kompromiss und gibt zumindest ein leichtes Feedback bei schwacher Technik

Carver Surf Skateboards kannst du hier kaufen*.

Streetboardz Dragon Carver Skateboard

Surfskate Kategorie Bild

Streetboardz liefert beim Carver Surfskate Dragon ein ganz eigenes Design von Deck und Achsen. Die Achsen haben keine Bushings und Kingpin sondern ein einfaches Drehlager. Dabei werden Sie links und rechts von je einer Feder gedämpft. Diese können getauscht werden und sind in drei Stärken erhältlich (lose, mittel, steif), abhängig von der Präferenz des Fahrers. Zurzeit werden die Boards mit 3 Sätzen in allen Stärken ausgeliefert, Ersatz ist für 10 Euro pro Satz erhältlich.

Durch den Winkel der Achse von etwa 45°geht die Achse bei Belastung einer Seite sowohl in eine Neigung als auch eine Kurven-Rotation. Vorder- und Hinterachse sind identisch und die Konstruktion sieht ziemlich Robust aus.

Bei den Streetboardz wird das smoothe Surf-Feeling beim Carven aber nicht nur durch die Federn erreicht sondern ebenso durch den Flex im Deck. Dieses ist in 3 verschiedenen Dicken erhältlich, welche für Fahrer unter 70kg, 70-95kg oder über 95kg ausgelegt sind. Die Decks laufen vorne etwas schmaler zu, während sie an der Hinterachse einen kleinen „Squash-Tail“ haben.

Die Achsen sind sehr breit und das Deck liegt tief. Dadurch lässt es sich trotz der relativ weichen Federn an den Achsen halbwegs stabil pushen. Das Setup erlaubt es nicht aus dem, Stand heraus zu pumpen, daher ist das nicht unwichtig. Ist das Board erstmal am rollen, ist es deutlich schwieriger durch Pumpen auf Geschwindigkeit zu bringen, als andere Modelle. Wie ich weiter oben schon mehrfach ausgeführt habe, sehe ich das aber als Vorteil. Wenn deine Pump-Technik schlecht oder halbherzig ist, bremst dich das Streetboardz gnadenlos aus. Halt genau wie beim Surfen. Der ganze Körper muss sich strecken, die Arme weit nach oben gehen und Kraft aus den Beinen kommen.

Das Streetboardz lässt sich auch nicht auf so engem Raum manövrieren wie etwa ein YOW Surfskate. Die Turns sind weniger eng und außerdem wird etwas Anlauf zum Anpushen benötigt.

Bei leichten Steigungen wird es sehr schwer allein durch Pumpen auf Speed zu bleiben und es ist fast unvermeidlich zwischendurch auch zu pushen. 

Streetboardz Dragon auf einen Blick:

  • Manöver erfordern einen vergleichbaren „Körpereinsatz“ wie beim Surfen
  • Solide gebaut
  • Zum fahren benötigt man mehr Platz als bei anderen Modellen

Surfskate Tipps für Anfänger: Getting started

Fußstellung auf dem Surfskate

Wie beim Surfen muss die Fußposition auch auf dem Surfskate manchmal Situationsbedingt angepasst werden. Als „Grundstellung“ sollte man jedoch den vorderen Fuß direkt hinter der Vorderachse und den hinteren Fuß relativ weit vorne auf dem Kick-Tail platzieren. Die Füße sollten so stehen, dass der Körperschwerpunkt beim Geradeausfahren über der Längsachse liegt.

Pushen und Pumpen

Da es leider nicht immer nur bergab geht, brauchst du eine Technik um mit deinem Board Speed zu generieren. Die klassische “Antriebstechnik” auf einem Skateboard ist das Pushen. Das kennst du vielleicht noch aus der Kindheit oder von so ziemlich jedem Skater, der auf der Straße an dir vorbeifährt. Bei “reinrassigen” Surfskates ist das Pushen wegen der drehbar gelagerten Vorderachse relativ wackelig.

Pushen

Pushen ist die “klassische” Fortbewegungstechnik beim Skaten. Wenn du es selbst noch nie gemacht hast, hast du es bestimmt schon 1000 mal gesehen. Du stehst dabei mit einem Bein (im normalfall mit dem vorderen) auf dem Board und stößt dich mit dem anderen von der Straße ab nach vorne.

Das vordere Bein sollte dabei nicht durchgedrückt werden, damit du stabilität hast und dich zum Abstoßen leicht “herablassen” kannst, damit das andere Bein bis zum Boden kommt. Außerdem sollte der Großteil des Gewichtes immer auf dem Vorderbein lasten. Das abstoßende Bein hat nur gerade soviel Druck auf den Boden, wie für die Vorwärtsbewegung notwendig ist. In deiner Vorstellung sollte garkein Druck auf das Bein verlagert werden. Denke eher an ein Abrollen oder stell dir vor, dass du den Asphalt nach hinten wegstößt. Nach jedem Push nimmst du das antreibende Bein hoch und rollst einen Moment auf einem Bein stehend. Fängst du an Geschwindigkeit zu verlieren, kommt der nächste Push. Dein Oberkörper ist dabei die gesamte Zeit leicht nach vorne gebeugt.

Ein typischer Fehler beim Pushen ist, dass das Gewicht auf das vorantreibende Bein verlagert wird. So kommst du beim Pushen nicht in einen Flow und bremst deine Fahrt unter Umständen sogar. Es ist langsam, ineffektiv und belastet deine Gelenke unnötig. Achte darauf, dass du die ganze Zeit auf deinem Standbein stehst. In der Regel ist dies das vordere Bein.

Stößt du dich dagegen mit dem vorderen Bein ab, während das hintere hinten auf dem Board steht, nennt man das Mongo-Pushen. Surfskates mit drehbar gelagerter Vorderachse sind mit Mongo-Pushs stabiler anzuschieben als mit normalem Pushen. Das liegt daran, dass dabei mehr Gewicht auf der starren Hinterachse liegt. Für die meisten ist der normale Push allerdings die natürlichere Variante, daher fällt das Mongo-Pushen Anfängern in der Regel schwerer.

Letztendlich ist Pushen für Bretter mit drehbarer Achse auch nicht die Antriebstechnik der Wahl.

Pumpen

Pumpen ist nicht nur eine Fortbewegungstechnik auf dem Surfskate sondern auch eine essentielle Technik beim Wellenreiten. Kannst du auf der Welle Pumpen, eröffnen sich dir neue Möglichkeiten, weil du viel Flexibler agieren und reagieren kannst.

Bei Surfskates (vor allem solche mit rotierbarer Vorderachse) besteht eine gewisse Gefahr eine falsche oder schlechte Pump-Technik zu erlernen. Das hängt von Board, Setup und dir selbst ab.

Die Diskussionen über diese Problematik werden on- und offline intensiv geführt. Einige Surfskates (z.B. YOW, Smoothstar) lassen sich schon mit einem leichten Hüftwackeln (wiggle) vorantreiben. Der unerfahrene Surfer/ Skater ohne Betreuung eines Coaches läuft so Gefahr wigglen mit Pumpen zu verwechseln. Daher sollte man dies meiner Meinung nach bei der Boardwahl und beim Training nicht vernachlässigen.

Pumpen zum Vortrieb wird schon lange bei Long- und Skateboards verwendet. Vielleicht weniger häufig, aber es ist auf jeden Fall keine reine Surf-Skateboard Technik. Mit einer guten Pumptechnik kann man jedes Boards mit halbwegs weicher Achse vorantreiben. 

Beim Pumpen bleiben beide Füße im Surf-Stance auf dem Board. Die (richtige) Pumptechnik ist ganz ähnlich wie auf dem Surfboard. Beim Surfen unterscheidet man abhängig von der Fahrtrichtung zwangsläufig zwischen Backside- und Frontside Pumpen. Auf dem Surf Skateboard kannst du dir im Prinzip aussuchen, ob du über die Frontside, die Backside oder sogar über beide Seiten pumpst. Im Sinne einer möglichst guten Surf-Simulation sollte man natürlich lieber auf eine Mischung verzichten.

Pumpen funktioniert nach dem Schema: Compress – Lean – Rotate – Extend. Diese Phasen gehen fließend ineinander über. Du verlagerst deinen Körperschwerpunkt durch anwinkeln der Beine weiter nach unten (Compress), lehnst dich zur Seite (Front- oder Backside, je nachdem) und drehst deine Hüfte, Oberkörper und Schultergürtel in die Pumprichtung. Wichtig bei der Rotation ist, dass du nicht in eine einfach Parallelstellung der Füße gehst, sondern in einem Surf-Stance bleibst. Dabei sind beide deine Knie stets leicht in Richtung deiner Backside eingedreht (d.h. links eingedreht für Regular und rechts für Goofy-Footer) und nicht parallel wie z.B. bei einer Kniebeuge.

Aus der Kurve heraus, die du nun fährst, gehst du in die Extension. Dabei streckst du nicht bloß die Beine sondern nimmst “alles” mit nach oben und ziehst deine Arme mit hoch bis etwa auf Schulterhöhe (sie zeigen dabei in Fahrtrichtung). Du solltest darauf achten, dass deine Arme permanent Körperspannung haben und nicht wie lose Pendel umherschwingen, die deine Bewegungen ausbremsen. Danach rotierst du die Hüfte wieder zurück und gehst wieder in die Compression. Das ganze Spiel beginnt von neuem.

Teilen!

3 Kommentare Surfskate: Board-Test & Tipps zum Training für Surfer

  1. Pingback: Die Top 5 Weihnachtsgeschenke für Wellenreiter - landratten.org

  2. Pingback: Die richtige Blickrichtung: Surf-Coach Martin Walz über Scanpath-Training beim Surfen - landratten.org

Hinterlasse einen Kommentar.

Buttons zeigen
Buttons verstecken