Surfen in Portugal: Local Guide für alle Level

Surfen in Portugal Titelbild

Weltklasse Wellen für Surf-Anfänger und Wellenreit-Profis, 3000 Sonnenstunden im Jahr und über 1.000km Atlantikküste – Portugal hat in Europa alles zu bieten, was sich das Surfer Herz wünscht. Ich lebe seit 2016 hier und liebe das Land und den portugiesischen Lifestyle jedes Jahr ein bisschen mehr. Höchste Zeit, dir dieses kleine Surfer Mekka und einige Specials näher vorzustellen.

Der Artikel liest sich locker in 5-8min. und danach weißt du alles über die besten Surfgegenden, die besten Reisezeiten und natürlich gibt es auch ein paar Insider Tipps.

Kurzum: wenn du mit deinen Freunden oder der Family in 2022 einen Surftrip planst, aber noch nicht genau weißt, wo wann und wie, dann solltest du jetzt weiterlesen.

Wie sind die Wassertemperaturen beim Surfen in Portugal?

Wie du vielleicht weißt ist der Atlantik eher kühl. Auch Portugal macht da keine Ausnahme. Bei den Wassertemperaturen herrscht erwartungsgemäß ein Süd-Nord Gefälle. Doch selbst im warmen Süden kommt man normalerweise nicht ohne Neoprenanzug aus. Ein Neo der Dicke 3-2 kann niemals schaden. Während man an der Algarve im Winter meist auch mit einem 4-3er weiterkommt, sind im weiter nördlich bis zum Frühjahr ein 5-3er und Booties empfehlenswert. Außer im Hochsommer braucht man hier keinen Neo unter 4-3.

Hier ein Überblick über die Wassertemperaturen.

Schaubild Wassertemperaturen in Portugal
Bild: Wassertemperaturen in Portugal im vergleich (Quelle: seatemperature.info)

In Portugal Surfen lernen

Portugal ist eine sehr beliebte Destination, wenn es darum geht überhaupt erstmal surfen zu lernen. Die gute Anbindung und Infrastruktur und man findet zahllose Surfschulen und Surfcamps. In den Surfhochburgen wie Ericeira und Peniche darf man nicht einfach so eine Surfschule eröffnen, sondern man benötigt eine Konzession. Surflehrer sind verpflichtet einen ISA Surf Instructor Schein und den ISA Surf Lifesaver.

In Ericeira sind die Gruppengrößen zudem auf 6 Schüler pro Lehrer begrenzt, gegenüber der üblichen 8. Obwohl die Surfschulen in Portugal in der Hauptsaison Schüler in unglaublichen Massen durchschleusen ist so ein relativ hohes Niveau der Ausbildung gegeben. Zudem sprechen so gut wie alle Surflehrer sehr gut Englisch.

Surfkurse auf Deutsch

Insbesondere wenn man mit Kindern surfen lernen will, ist es jedoch nötig auch einen deutschen bzw. deutschsprachigen Surflehrer zu haben. Da mittlerweile sehr viele deutsche in Portugal leben, gibt es auch hier Möglichkeiten. Unser Tipp ist die Tres Ondas Surfschule in Ericeira. Sie wird von unserem Freund Frithjof Gauss betrieben. Der Sylter war der erste deutsche Meister im Longboarden und betreibt die Tres Ondas Surfschule in Ericeira seit über 20 Jahren.

Hier gibt der Chef selbst die Surfstunden und deutschsprachige Surfkurse auf höchstem Niveau sind garantiert! Bestellt ihm gerne einen Gruß von den Landratten 😉

Surfen Portugal: Die 17 Top Spots und Orte

Damit du schon mal ein Feeling bekommst, welche Gegend die Richtige sein könnte, habe ich eine kleine Infografik mit den besten Surfstränden für dich zusammengestellt. Weiter unten gibt’s mehr Details zu den Spots in der Reihenfolge von Süd nach Nord.

Surf Landkarte Portugal
Bild: Surflandkarte Portugal

Die Algarve – Portugals sonniger Süden

Die Algarve ist definitiv eine der schönsten Gegenden in Europa und bietet insbesondere für Surf- Familien ganzjährig Wellen, Wassertemperaturen im Sommer um 21° und viele Buchten mit Karibik- Flair. Von Campingplätzen über Surfhostels bis hin zu Apartments – die Auswahl an Unterkünften in allen Preisklassen ist riesig.

Im Sommer verbringen viele Portugiesen ihren Urlaub an der Algarve. Zusammen mit den anderen Touristen, kann es daher sehr voll werden. Ich persönlich mag am liebsten den Herbst – das Wasser ist noch schön warm, alle Cafés, Restaurants und Shops sind noch geöffnet und das Licht ist einfach der Hammer. Und natürlich ist der Herbst auch eine der besten Jahreszeiten für konstanten Swell.

Die Algarve lässt sich grob nochmal in die Süd-Algarve und die West-Algarve (Costa Vicentina) aufteilen. Die Südküste Portugals hat einfach nur traumhaft schöne Buchten und der Atlantik ist hier definitiv wärmer als an der Westküste.

Der in Portugal die meiste Zeit vorherrschende Nord-West Swell versorgt die Westküste mit reichlich Wellen, gepaart mit häufigen Nordwinden. Dadurch geht es an der Westalgarve meist etwas rauer zu als im Süden (Ausnahmen gibt es häufiger im Sommer). Neben größeren Wellen ist es hier oft auch einige Grad kälter als ein paar Kilometer „ums Eck“ an der Südküste. Außerdem ist die Westküste deutlich dünner besiedelt.

Legen wir los im Süden:

Lagos

Lagos ist die Heimat von Marlon Lipke, der obwohl noch aktiv, bereits als deutsche Surf-Legende bezeichnet werden kann. Er ist mehr als überzeugt von seiner surferischen Heimat, obwohl diese seltener große Swells wie die West-Algarve/ Costa Vicentina abbekommt. Bei riesigen Winterswells oder im Sommer manchmal plötzlich auftauchenden Süd-Swells ist sind die Spots um Lagos jedoch auf Sendung, während es weiter westlich eventuell überhaupt nicht surfbar ist. Lagos ist mit seinen ca. 22.000 Einwohnern (für die Verhältnisse an der Algarve) ein größerer Ort mit guter Infrastruktur.

Hier befinden sich zum Beispiel ein öffentliches und ein privates Krankenhaus (Empfehlung: das private nutzen), welche bei einem Surftrip an der Algarve die nächste Anlaufstelle für medizinische Versorgung sind.

Wer es etwas ruhiger mag kann sich in einem der östlichen Nachbar-Strandorte Luz, Burgau oder Salema niederlassen.

Lagos Surfen Portugal

Zavial

Zavial ist einer der schönsten Strände. In den Wintermonaten (November – März) läuft dieser Spot am besten für fortgeschrittene Surfer. Achte unbedingt auf die zum Teil recht starken Strömungen!

Es gibt mehrere Peaks den Strand entlang. Am westlichen Ende ist ein Point Break, der in Spuckweite der Felsen angepaddelt wird. Der Point ist an guten Tagen häufig von lokalen Bodyboardern bevölkert und für Surftouristen gibt es hier dann schwer etwas zu holen.

In den Sommermonaten eignet sich der Spot für Familien mit Kleinkindern und Anfänger. Und wenn mal keine Welle läuft, dann genieße einfach das hellblaue Wasser und den feinen Sand (die Karibik lässt grüßen…)!

Zavial Surf Algarve Portugal

Sagres

Sagres wird auch als Surfhauptstadt der Region bezeichnet. Du findest hier viele gute Spots. Die bekanntesten sind Beliche und Tonel. Die südlich ausgerichteten Strände Mareta und Martinhal überraschen manchmal bei einem südlichen Wind-Swell mit surfbaren Wellen

Die beste Jahreszeit für fortgeschrittene Surfer ist der Winter (Dezember). Hinzu kommen milde Temperaturen und recht wenig Tourismus, so dass dein Winterurlaub ein echtes Highlight werden kann. Achte unbedingt auf die zum Teil recht starken Strömungen und Felsen im Wasser.

Im Sommer sind die Wellen insgesamt kleiner und eignen sich damit auch für Anfänger oder einen Familien Trip, wo alle auf ihre Kosten kommen.

Sagres Surfen Algarve

Carrapateira

Das eigentlich beschauliche Dorf Carrapateira droht mittlerweile von Surf-Touristen etwas überlaufen zu werden. Grund sind die beiden wunderschönen Surfstrände Amado und Bordeira. Insbesondere Amado weist eine große Konstanz auf, wenn es darum geht surfbare Wellen zu liefern. Dadurch ist es hier gerade im Sommer brechend voll und der Strand ist von zahllosen Surfschulen und Surfern bevölkert.

Der Zugang zum Strand von Bordeira ist etwas weiter und aufwendiger, daher ist es hier in der Regel etwas leerer als in Amado. Am langen Sandstrand brechen zahlreiche mittelmäßige Peaks. Wenn genug Swell ist und die Bedingungen stimmen, fängt der Point Break am südlichen Ende an zu laufen. Dieser kann durchaus ein lokales Highlight sein. Erfahrene Surfer warten hier am besten hinter dem Felsen auf die Wellen.

Bei sehr großen Wellen, was insbesondere im Winter vorkommt, sind sowohl Amado als auch Bordeira nicht mehr surfbar und es empfiehlt sich den Weg an die Südküste auf sich zu nehmen.

Gemütliche Cafés und eine wunderschöne Felslandschaft laden zum Erleben und Verweilen ein. Eine Ecke an der Algarve, die sich definitiv lohnt.

Carrapateira Surfspots Costa Vicentina

Arrifana

Arrifana läuft genau wie Carrapateira immer mehr mit Surf-Touristen über. Anziehungspunkt ist vor allem der Beach Break in der Bucht von Arrifana, welcher konstanten Surf liefert und immer mehrere Peaks entlang dem Strand bietet. Arrifana ist durch seine Westausrichtung und geschützte Lage bei großen Winterswells oft etwas kleiner als Carrapateira (gemeint sind natürlich die Wellen).

Ein Highlight ist der Spot Kangaroos rechts hinter dem kleinen Hafen von Arrifana, der über flachem Riff bricht, selten läuft und nur für Profis geeignet ist.

Um Arrifana gibt es weitere sehr schöne Surf-Strände. Im Süden liegt Vale Figueiras, einige Autominuten nördlich Monte Clerigo und Amoreiras. Außerdem gibt es noch weitere Strände, welche nur mit dem Geländewagen zugänglich sind.

Und sollte es mal keine Wellen geben, dann kannst du deine Balance auf dem Brett auch beim Stand- Up Paddling trainieren. Oder du relaxed einfach in einem der vielen kleinen Cafés und Restaurants, die es an den Buchten zu entdecken gibt.

Arrifana Surfspot Portugal

Alentejo Küste, Cascais, Sintra & Lissabon

Im Vergleich zur Algarve ist die Alentejo Küste mit Blick auf das Wellenreiten noch recht unbekannt. Aus diesem Grund und vor allem weil die Ecke fast noch schöner (meine Meinung) als die Algarve ist, solltest du diese Surfgegend in Portugal definitiv einmal testen. Durch die Nähe zu Lissabon hast du Kultur, Party und Stadtleben in direkter Nähe.

Praia de Melides

Praia de Melides im Süden von Comporta ist ein langer Sandstrand in einer wunderschönen natürlichen Umgebung mit beeindruckenden Dünen und einer Lagunenmündung.

Wie bei fast allen Beachbreaks müssen die Bedingungen optimal sein, damit die Welle läuft. Melides ist ein Spot, der sich gut für Anfänger und Mittelstufe Surfer eignet.

Kite Surfer können hier auch mächtig viel Spaß haben und die Kids am kilometerlangen Strand sowieso. Melides liegt übrigens direkt an einem schönen Campingplatz im Pinienwald.

Costa da Caparica

Die Costa da Caparica ist eine kilometerlange Strand- und Stegbucht mit relativ konstantem Swell, der zu jeder Jahreszeit funktioniert. Wenn die Bedingungen gut sind, dann wirst du viele Locals auf dem Wasser treffen. Daher kann es manchmal auch ein bisschen anstrengend werden.

Im Winter laufen die Spots besonders gut, da sollten sich Anfänger etwas zurückhalten.

Im Sommer ist die Costa da Caparica auch ein beliebter Ort für Strandparties und Festivals.

Caparica Surf Lissabon

Parede/ Cascais

Parede ist ein kleiner aber feiner Pointbreak in einer der teuersten Ecken von Portugal – Estoril.

Der Spot ist nicht unbedingt für Anfänger geeignet, da du auf einem Riff surfst und wenn die Welle läuft, dann wird’s auch sehr schnell sehr voll. Denn die Gegend um Cascais bietet durch ihre Südausrichtung die besten Surfbedingungen, wenn der Surf weiter nördlich (z.B. in Ericeira) zu groß ist.

Besonders konsistente und saubere Wellen findest du hier im Januar und Februar. Wenn du gerne in städtischer Umgebung bist, dann ist Parede auf jeden Fall einen Surftag wert.

Parede Surf Cascais

Carcavelos/ Cascais

Der lange Sandstrand von Carcavelos ist ein weiteres Highlight in der Cascais Ecke mit Wellen, die das ganze Jahr über laufen.

Aber: Beachbreak mit Wellen, die gerne hohl und schnell brechen. Saubere und kleine, surfbare Wellen mit einem leichten Offshore Wind, findest du hier vor allem im Juli. Achte allerdings darauf, was rechts und links neben dir im Wasser passiert, denn gerade im Sommer ist der Strand nicht nur voll mit Surfern, sondern auch mit Badegästen.

Carcavelos hat auf jeden Fall auch einiges an Surfcontests, Beachparties und Festivals zu bieten.

Carcavelos Surfen Cascais

Guincho

Praia do Guincho ist ein wunderschöner Strand inmitten der spektakulären Landschaft der Serra da Sintra. Der Strand erstreckt sich über eine Länge von 1km und da es dort fast immer Wind gibt, eignet sich dieser Spot auch fürs Windsurfen und Kiten.

Surf Anfänger kommen am besten in den Frühlings- und Sommermonaten nach Guincho. Im Winter können die Strömungen und starken Winde extrem und gefährlich werden.

In der Serra da Sintra kannst du nach deiner Surfsession noch einen schönen langen Spaziergang machen. Sowieso hat die ganze Sintra Ecke etwas Magisches an sich.

Guincho Surf Sintra

Surf in Ericeira, Peniche & Nazare

Sobald die Namen Peniche und Ericeira fallen, klingelt es normalerweise bei jedem Wellenreiter. Sie gehören zu den besten Surfgegenden in Portugal. Der Surf ist das ganze Jahr über konsistent, die Abwechslung an Riff und Beachbreaks ist riesig und der Vibe ist einfach was besonders. Leider sind die Spots in den Sommermonaten hoffnungslos überfüllt, vor allem mit Surfschools.

Ericeira

Ericeira ist ein World Surf Reserve, eine geschützte Küstenregion mit Wellen von unvergleichlicher Qualität und einem 4km langen Küstenstreifen, der 7 Spots mit einzigartigen Eigenschaften umfasst. Ericeira ist nicht nur das einzige World Surfing Reserve in Portugal sondern in ganz Europa! Sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Surfer kommen hier das ganze Jahr auf ihre Kosten. Aber mach dich darauf gefasst, dass sowohl die Strände, als auch das kleine Fischerörtchen in den Sommermonaten extrem voll sind.

Ericeira hat einen unverwechselbaren Charme. Hier triffst du entweder Surfer, Skater oder Yogis und es wird nicht umsonst das „Bali in Europa“ genannt.

Wer die WSL Challenger Series einmal live erleben möchte, sollte Anfang Oktober 2022 nach Ericeira kommen.

Ericeira Surfen Portugal

Peniche

Durch seine unterschiedlichen Swellrichtungen läuft in der Peniche Ecke einfach immer irgendwo eine Welle.

Baleal ist ein Beachbreak, der besonders gut im Dezember funktioniert. In den Sommermonaten ist der Spot auch bei Anfängern sehr beliebt. Im Norden liegt mit Lagide ein weiterer Spot, der für Surfer verschiedener Level geeignet ist.

Supertubos ist der einzige Stop der WSL Championship Tour in Portugal und einer der bekanntesten Stopps in Portugal. Der Spot bricht steil, hohl und kraftvoll direkt auf den Strand. Wer nicht zur Elite gehört ist hier am besten als Zuschauer aufgehoben.

Peniche ist, wie Ericeira, ein sehr bekannter Ort und in der Hauptsaison meistens sehr voll. Sollten einmal keine Wellen laufen, dann kannst du eine Tagestour zu den Berlengas-Inseln, der Heimat des Naturschutzgebietes Arquipélago das Berlengas machen. Das kristallklare Wasser mit seiner abwechslungsreichen Unterwasserwelt lädt zum Schnorcheln und Tauchen ein.

Peniche Surf Portugal

Wellenreiten im Norden von Portugal

Der Norden von Portugal ist definitiv rauer, felsiger und im Wasser unberechenbarer als der Süden. Fürs Surfen solltest du hier definitiv mit einem Auto oder Camper unterwegs sein um die Vielfalt an ungesurfter Küste zu entdecken. Wahrscheinlich ist es genau das, was den Norden so besonders macht – wenig Crowd im Wasser, menschenleere Strände und allerbesten Portwein!

Figuera da Foz

In Figuera da Foz ist eine wohlhabende Stadt im Norden Portugals. Hier befindet sich mit Cabdelo ein bekannter Spot, der eine zeitlang (aber nicht mehr) einen Stop der Championship Tour hostete. Der Haupt Peak bricht am nördlichen Ende direkt entlang der Hafenmauer und wer auf die Welle will muss versuchen sich direkt neben der Mauer zu positionieren, um Vorfahrt zu bekommen. Die Locals interessiert das nicht unbedingt und man sollte stets darauf vorbereitet sein gedropped zu werden.

Weniger erfahrene Surfer positionieren sich am besten an einem Peak den Strand hinunter. Auf der „Hafenseite“ der Mohle gibt es an der Flussmündung den Spot Cabdelinho, welcher manchmal bei gigantischen Winter-Swells erwacht (>5 Meter).

Nördlich der Hafeneinfahrt bieten sich dir zahlreiche weitere lohnenswerte Spots, wo die Vibes in der Regel entspannter sind.

Figuera da Foz selbst ist eine etwas größere Stadt und bietet eine gute Infrastruktur und Strände mit eher urbanenm Flair. Außerdem ist sie Sitz des portugiesischen Neoprenanzug Herstellers Janga.

Figuera da Foz Surfen Portugal

Esmoriz

Esmoriz in Beira bietet zwar keinen konsistenten Surf wie beispielsweise Ericeira, aber wenn die Welle läuft, dann kannst du hier mächtig Spaß haben.

Der beste Surfmonat ist der Dezember und da es sich um einen Beachbreak mit mehreren Points handelt, ist es im Wasser auch relativ entspannt.

Mit dem Auto bist du in ca. 30min. in Porto – eine Stadt die sich in jeglicher Hinsicht lohnt und einen ganz anderen Flair als Lissabon hat.

Esmoriz Surfen Porto

Espinho

Espinho ist einer der populärsten Surfspots im Norden von Portugal. Im Winter ist der Surf hier besonders gut, daher kann es im Wasser auch mal voller werden.

Leider ist die Wasserqualität durch die umliegende Industrie nicht die allerbeste.

Dieser Spot braucht die richtigen Bedingungen um zu laufen, ansonsten findet man eher viel Mischmasch und Weißwasser vor. Das eignet sich wiederum gut für Anfänger.

Viana de Castelo

Viana do Castelo liegt an der Mündung des Flusses Lima und bietet eine ganze Reihe von guten Stränden, die sich fürs Wellenreiten aber auch Kiten, Windsurfen und Bodyboarding eignen.

Die besten Bedingungen für Wellenreiter sind die frühen Morgenstunden und der späte Vormittag, da der Wind (meist on-shore) ab mittags aufkommt.

Im Vergleich zur Algarve und Lissabon/Ericeira Ecke wirst du hier Wellen ohne Menschenmassen im Wasser vorfinden.

Viana do Castelo Surf Portugal

Wann ist die beste Reisezeit zum Surfen in Portugal?

Diese Frage lässt sich am besten mit „es kommt darauf an“ beantworten. Wenn du Surf-Anfänger bist, dann hast du aller Voraussicht nach in den Sommermonaten Mai – September die besten Bedingungen, um nach dem ersten Take Off auch mal kleine grüne Wellen zu surfen.

Die Wintermonate Oktober – April bringen größeren Swell und damit mehr Power auf dem Wasser, was aber nicht bedeutet, dass diese Spots dann nur von Profis gesurft werden können.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich dir sagen, dass Portugal das ganze Jahr über gute Wellenbedingungen hat. Und wie bei allen Sportarten, in der die Natur eine wichtige Rolle spielt, solltest du im Vorfeld den Surf-Forecast checken und so kurzfristig wie möglich buchen.

In den portugiesischen Ferienmonaten (Ende Juni – Mitte September) ist es überall voll. Daher rate ich dir, lieber einen Zeitraum für deinen Surftrip zu wählen, der nicht in dieser Zeit ist.

Familien werden im Herbst besonders an der Süd- und Südwestküste eine gute Zeit haben, da der Atlantik schön warm ist. Grundsätzlich solltest du wissen, dass du eigentlich immer einen Neoprenanzug brauchst.

Die Regenzeit (wenn man in Portugal überhaupt von Regenzeit sprechen kann) war in den letzten Jahren hauptsächlich im März. Der April macht in Portugal auch was er will. Du kannst Glück haben mit dem Wetter, es kann aber auch regnen und kalt sein.

Doch wenn die Welle ruft, dann ist das Wetter auch egal. Das hat sich wahrscheinlich auch der 2- facher Weltmeister John John Florence aus Hawaii gedacht und diesen tollen Clip über Portugal produziert. Schau mal rein.

Wie reist man am besten nach und in Portugal?

Die Flughäfen Lissabon, Faro und Porto werden ganzjährig aus ganz Europa angeflogen. Wenn du mit dem Flugzeug reist und dich in kein Surfcamp mit Transfers eingebucht hast, dann empfehle ich dir auf jeden Fall ein Auto in Portugal.

Vanlife ist definitiv auch ein Thema hier. Die Auswahl an Campingplätzen in allen Preiskategorien ist riesig und es wäre einfach zu schade, wenn du die ganze Zeit an einem Ort bleibst und die tollen Strände und Surfspots verpasst, die du gut mit dem Van erreichen kannst.

Bus und Bahn funktionieren eher in den Städten. In Gegenden mit einer großen Auswahl an Stränden und Surfspots gibt es zusätzlich noch den sogenannten Beach Bus, der ganztags die Strände nacheinander abfährt. Insgesamt ist die Infrastruktur in Portugal sehr gut.

Was sind die besten Unterkünfte zum Surfen in Portugal?

Riesige Hotelanlagen entlang der Strände sucht man in Portugal (dem Himmel sei Dank) vergeblich. Dafür sind die Angebote an Apartments, Air BNB Wohnungen und Campingplätzen sehr groß.

Wie überall auf der Welt sind die Preise an bekannten Spots und in der Hauptsaison recht hoch. Wenn du Geld sparen möchtest und ein Auto hast, dann orientiere dich mehr ins Landesinnere. Dort sind die Preise wesentlich geringer. In der Nebensaison findest du dann überall auch Angebote mit moderateren Preisen.

Kleine Herbst/Winter Info: Viele Wohnungen haben keine Zentralheizung und sind auch nicht vernünftig isoliert (> Schimmel)! In den Wintermonaten kann es ziemlich kalt in den Buden werden. Daher solltest du bei deiner Wahl darauf achten, dass eine Heizung vorhanden ist.

Immer beliebter werden auch kleine Retreat Center, die mit abwechslungsreichen Packages, z.B. einem Mix aus Surf, Yoga, Wellness und leckerem Essen überzeugen. Auch für Familien sind diese Alternativen bestens geeignet.

Fazit: Surfen in Portugal Pros und Contras

Ja, ja und nochmal ja! Portugal ist definitiv ein Mekka für Surfer und diesen Spirit wirst du überall an den Küsten spüren. Hier kommen dank seiner Vielfalt alle auf ihre Kosten:

Pros:

  • Wellen für alle Level zu jeder Jahreszeit
  • Abwechslungsreiche Surfspots
  • Große Auswahl an unterschiedlichen Unterkünften
  • Moderate Preise in den Sommermonaten, günstig in den Wintermonaten

Nichts desto trotz solltest du im Hinterkopf behalten, dass es auch ein paar Dinge gibt, die nervig sein können.

Contras:

  • Volle Line-Ups
  • Atlantik Wasser = kalt
  • Zu viele Surfschools in den Sommermonaten.

Portugal ist zwar nicht Bali, aber der Vibe stimmt. Und im Vergleich zur indonesischen Insel, ist das Wasser definitiv sauberer und es gibt weniger bis keinen Müll an den Stränden. Wenn du noch mehr über die Surfspots in Portugal wissen möchtest, dann empfehle ich dir den Stormrider Guide für Portugal. Viel Spaß bei deinem nächsten Portugal Trip wünschen dir Tim und Christine.

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Über den Autor

Tim

Tim surft seit 20 Jahren. Wohnhaft in Portugal ist er eigentlich keine "echte" Landratte, kann dafür aber innerhalb weniger Minuten das neueste Testmaterial für euch zu Wasser lassen.

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