In Frankreich Surfen – Der Insider Guide für deinen Surf Trip 2022

Surfen in Frankreich Titelbild - Surflandkarte

Frankreich ist für viele Deutsche eine der ersten Destinationen in ihrem Surfer-Leben. Warum das so ist, liegt auf der Hand. Die französische Atlantikküste ist für viele der nächste Ort, an dem regelmäßig surfbare Wellen ankommen. Die Infrastruktur beim Surfen in Frankreich ist zudem extrem gut, die Croissants lecker und die besten Spots sind von Deutschland aus in vertretbarer Zeit mit dem Auto erreichbar. 

Lerne in diesem Beitrag die besten Surfspots kennen und erhalte Tipps zur Anreise, Wassertemperatur, den richtigen Neoprenanzug uvm. rund ums Wellenreiten in Frankreich!

Die meisten Surfer zieht es an die südliche Westküste in die Départements Gironde und Landes mit ihren hunderten Kilometern Sandstrand. Hier findet man in jedem Ort die Sandbänke, die die berüchtigsten französischen Beach Breaks produzieren und drumherum ein einzigartiges Sommer Flair mit Pinienwäldern, FKK Stränden und zahllosen Campingplätzen. 

Beachbreak in Frankreich
Bild: Französischer Sommertraum – Eric verrät, wie auch ihr ihn erleben könnt! (Credit: KI Surf-School)

Surftechnisch können die Beach Breaks es in sich haben und viele verbinden damit eine Art Hassliebe. Wem es nichts ausmacht ganzjährig zu frieren, der wird daher vielleicht auch weiter nördlich fündig – in der Bretagne. 

Aber wir wollen nicht zuviel vorab verraten sondern euch auf eine Reise von Nordfrankreich bis nach Biarritz mitnehmen. Da diese Reise recht lang ist, ist dieser Beitrag ein Gemeinschaftswerk von Eric Lafargue und Landratten Autor Dennis. 

Über den Autor Eric Lafargue

Eric ist Besitzer der seit Jahrzehnten etablierten französischen Surfschule KI Surf School in Hossegor und teilt hier mit euch die Liebe zu Surfszene und Wellen seiner Heimat, insbesondere Südfrankreich. Die Französischen Surf-Hochburgen Biarritz, Hossegor , Seignosse und Capbreton kennt er wie seine Westentasche.

Hier findest du die Website von Erics Surfschule.

Surfen in Frankreich: Normandie

Reist man von Deutschland und Benelux aus Richtung Westen, ist die Normandie die erste Region, die einen Platz auf der Surf Landkarte verdient hat. Allerdings gerade so und auch nur die Westküste.

Dort gibt es Surfspots, die auf der Durchreise durchaus einen Zwischenstopp wert sein können – wenn der Surf Forecast stimmt. Gerade im Sommer macht ein längerer Aufenthalt jedoch wenig Sinn, zumindest, wenn es ein Surfurlaub sein soll.

Die Normandie liegt gegenüber der britischen Insel, mit welcher sie den Ärmelkanal bildet. Dadurch werden alle Swells mit Nordkomponente blockiert. Es kommen lediglich West-Swells an oder lokale Wind-Swells, die für Holland-ähnliche Bedingungen sorgen.

Eine weitere Besonderheiten beim Surfen in der Normandie ist, dass es durch die Lage am Ärmelkanal einen enormen Tidenhub gibt. 10 Meter Unterschied zwischen Ebbe und Flut sind keine Seltenheit, was zu extremen Gezeitenströmungen führen kann, vor denen mitunter gewarnt wird.

Gute Surf Sessions kennt man hier eher vom Hörensagen. Und wenn, gelingen Sie meist den Locals, die hier das ganze Jahr über in Lauerstellung sitzen. 

Einer der Hotspots, wenn es ums Surfen in der Normandie geht, ist die Contentin Halbinsel und der Ort Siouville-Hague. Hier findet man sowohl einen Surfshop als auch eine Surfschule. Anfänger finden an den zahlreichen flachen Sommertagen noch am ehesten einen Spott um die ersten Take-Offs zu üben.

Ansonsten gibt es erst ab Herbst Hoffnung auf Wellen mit Qualität. Für wirklichen Surf-Tourismus passiert dies jedoch zu selten. Auf unserer Reise lohnt ein Zwischenstopp jedoch nur, wenn ein ausgiebiges Studium des Surf Forecasts begründete Hoffnung aufkommen lässt. Ansonsten geht die Fahrt weiter.

Surf in der Bretagne

Surf Bretagne

Auf unserer Reise entlang der französischen Küste kommen wir als nächstes in die Bretagne. Diese grenzt im Osten direkt an die Normandie und hat dort zunächst surftechnisch auch nicht mehr zu bieten. Deshalb fahren wir lieber weiter ins Departement Finistère. 

Hier erwartet uns die rauhe See und die aufregenden Felsformationen für die die Bretagne bekannt ist. Wenn es um Surfen in Frankreich geht, denken viele nicht direkt an die Bretagne. Aber: Hier finden wir eine Vielzahl sehr unterschiedlich beschaffener und ausgerichteter Surfspots, die ein ziemlich großes Fenster an Swell und Windrichtungen abdecken! 

Was das angeht, unterscheidet sich das Surfen in der Bretagne vom Rest Frankreichs. Diese Vielseitigkeit ist in Frankreich einzigartig (siehe unten – Surfspots in der Bretagne)! Warum die Bretagne als Surfrevier weniger beliebt ist als der Süden lässt sich mit einem Wort erklären: KALT. Wirkliches Sommer und Strandfeeling kommt nur im Hochsommer auf und selbst dann ist das Wetter oft sehr unkonstant und durchwachsen.

Bretagne auf einen Blick

Schauen wir uns auf einen Blick an, was für und was gegen Surfen in der Bretagne spricht. Informationen zur besten Saison, Wassertemperaturen und Neoauswahl findest du für ganz Frankreich weiter unten. 

Vorteile beim Surf in der Bretagne:

  • viele unterschiedliche Spots
  • deutlich preisgünstiger als Südfrankreich
  • sehr Camper-freundlich
  • im Sommer nicht ganz so überlaufen
  • schöne Landschaften und Altstädte
  • kein Party-Tourismus

Nachteile beim Surf in der Bretagne

  • sehr durchwachsenes Wetter auch im Sommer
  • ziemlich kaltes Wasser (konstant weniger als 18°C, auch im Sommer – siehe unten Wassertemperaturen)
  • Kaum Surfcamps, Shops und Surf-Infrastruktur
  • wenig Übernachtungsmöglichkeiten direkt an Surf-Spots
  • keine Parties ;-p

Nördliche Bretagne/ Finistère um Brest

Die nördliche Bretagne bietet verschiedene Spots zur Auswahl, wenn auch nicht so vielseitig wie im südlichen Finistère. Im Sommer gibt es hier kaum Spots, die aus kleineren Sommer-Swells surfbare Wellen formieren und es braucht schon etwas größere Swells.

In der Nord-Bretagne ist für eine Küstenregion sehr wenig Tourismus und selbst im Hochsommer findet man oft leere Strände vor. Dafür ist das Wasser nochmal ca. 1-2 Grad kälter als in der Süd-Bretagne. 

Als Surf-Destination ist dieser Teil Frankreichs daher geeignet für kältefeste Surfer*innen im Frühjahr und Herbst.

Südliche Bretagne/ Finistère um Audierne 

Lange war die Bretagne für mich ein weißer Fleck auf der Surf-Landkarte und es hat mich zum Surfen in Frankreich immer an die lange sandige Westküste gezogen. Umso mehr hat mich mein erster Trip ins Finistère überrascht.

Hier gibt es zahlreiche Spots. Während in Südfrankreich eine Sandbank der anderen gleicht, trifft man in der Gegend um Audierne auf zahlreiche verschiedene Spots mit unterschiedlicher Beschaffenheit und Ausrichtung. Keine harten Weltklasse-Breaks, sondern genau das, was man sich als deutscher Urlaubssurfer wünscht. Eine vergleichbare Spot-Vielfalt für Otto-Normal-Surfer gibt es auf dem europäischen Festland allenfalls an der Algarve (dort ist das Wasser allerdings ca. 8-10°C wärmer ;-)).

Surf-Spots in der Bretagne

Hier eine Auswahl von Surfspots in der Bretagne von Nord nach Süd.

Penfoul (Nord Bretagne)

Penfoul ist ein kleiner Ort ohne wirkliches Zentrum und der Strand befindet sich direkt im Ort an einer Flussmündung. Bei Flut läuft das Wasser weit in die schmale Bucht hinein und zieht sich bei Ebbe mehrere Hundert- Meter zurück. Bei High Tide ist der Spot kaum surfbar. Geht das Wasser zurück offenbart sich ein schöner Sandstrand, der auch bei kleinen Nordwest-Swells surfbare Wellen produziert. 

Lampaul-Plouarzel (Nord Bretagne)

Lampaul-Plurazel ist ein kleines Örtchen mit mehreren Stränden, welche aber nicht wirklich konsistente Wellen bringen. Nicht zu verwechseln mit dem Strand Lampaul Ploudalmézeau, welcher weiter nördlich liegt.

In Lampaul gibt es z.B. den Strand Le Gouerou. Im Sommer kommt hier selten etwas brauchbares an. Wenn er läuft, gibt es kurze kräftige Wellen, welche auf den Strand einschlagen. Der Spot ist beliebt bei Body-Boardern.

Les Blancs-Sablons (Nord Bretagne)

Surfspot Les Blancs-Sablons Bretagne

Les Blancs-Sablons ist einer der Surf-Hotspots und ein beliebter Badestrand in der nördlichen Bretagne. Es ist auch einer der wenigen Spots der Region, an dem es im Sommer mal richtig voll wird. 

Es gibt dort eine Surfschule – was in der Nordbretagne keine Selbstverständlichkeit ist. Der Spot ist ein breiter Sandstrand mit Nord-West-Ausrichtung, der auf den ersten Blick ein Swell-Magnet sein könnte. Doch insbesondere West-Swells kommen hier nicht besonders gut durch, was vermutlich an einer vorgelagerten Inselkette liegt. So kommt es gerade im Sommer häufig vor, dass Anfänger und Surfschulen sich auf kaum surfbaren kniehohen Wellen tummeln.

Bei Les Blancs-Sablones gibt es Parkplätze am südlichen und am nördlichen Ende des Strandes. Wo es die besseren Surfbedingungen gibt, hängt davon ab, wie sich die Sandbänke gerade geformt haben. Von einem zum anderen Ende gelangt man aber im Zweifelsfall mit einem 10 Minuten Fußmarsch.

Das malerische Städtchen Le Conquet ist vom nördlichen Parkplatz am Spot über eine Fußgängerbrücke zu erreichen oder in ein paar Minuten mit dem Auto und lädt dazu ein sich nach dem Surf mit einem Crêpe zu stärken.

Baie de Trépassés (Süd Bretagne)

Baie der Trépassés ist ein weiterer Surf-Hotspot in der Bretagne. Er nimmt Nordwest-Swells sehr gut auf und produziert surfbare Wellen. Es ist einer der konstantesten Spots der Region und im Sommer sehr beliebt. Wenn der Swell zu sehr westlich oder nördlich wird, wird er durch die Bucht und die vorgelagerte île de Sein abgeschwächt.

Ich durfte an diesem Spot einige fantastische Sommer-Sessions erleben und wenn du am Parkplatz die Surf-Hippster ausblenden kannst, die sich über Maneuver unterhalten, die sie gar nicht beherrschen, kannst du dort eine super Zeit verbringen!

Saint-Tugen (Süd Bretagne)

Saint-Tugen ist noch ein Surf-Highlight der Bretagne (oder sogar ein Highlight beim Surfen in Frankreich generell). Der Surfspot ist nach Südwesten gerichtet und es gibt sowohl an der südlichen als auch an der nördlichen Seite Parkplätze mit Strandzugang. Es ist ein Sandtrand mit Felsuntergrund. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum es hier öfters saubere Wellen gibt. Zudem ist er durch kleine Hügel etwas vor Nordwind geschützt.

Der Strand ist wunderschön und lädt nach dem Surfen zum Abhängen ein (zumindest an den seltenen warmen Tagen).

La grande Plage Audierne (Süd Bretagne)

Dieser beliebte innerstädtische Badestrand ist vom vorherrschenden Nord-West-Swell abgeschirmt. Er bietet sich bei sehr großen West-Swells als Ausweichmöglichkeit oder bei seltenen Süd-Swells als Option an.

Plage de Kersiny (Süd Bretagne)

Der Plage de Kersiny selbst ist weder besonders schön, noch ein guter Surfstrand. Am nördlichen Ende ist er jedoch durch eine Felsplatte begrenzt entlang welcher bei kraftvollen West-Swells eine lange aber recht fette Welle bricht. Um in den Genuss zu kommen, muss man vom Ufer relativ weit rauspaddeln, dafür sind hier selten mehr als eine Handvoll Leute anzutreffen.

Etwas weiter südlich liegen die Strände Mesperleuc und Guendrez. Hier brechen bei den richtigen Bedingungen Wellen überschaubarer Qualität direkt am Strand.

La Torche (Süd Bretagne)

Surfspot La Torche Bretagne

La Torche ist südlich von Audierne am Ende eines fast 25km langen Sandstrandes mit Westausrichtung. Entlang des gesamten Strandes findest du surfbare Sandbänke durchschnittlicher Beach-Break-Qualität. Es gibt an zahlreichen Stellen Zufahrten (oft für Wohnmobile gesperrt). Wenn du die richtige erwischst und vielleicht noch ein paar Meter läufst, findest du auch an einem Sommerwochenende eine Sandbank für dich.

Der gesamte Abschnitt ist völlig ungeschützt vor Wind, daher sind perfekte Bedingungen eher selten.

In Süd-Frankreich surfen: Departements Gironde & Les Landes

Surfen an der Westküste (die Region wird Biscaya genannt) ist für viele wahrscheinlich der Archetyp des Surfens in Frankreich. Auf den fast 300km Küstenlinie von Solac-Sur-Mer bis Biarritz (Biarritz davon ausgeschlossen) gleichen sich die zahlreichen Orte und Strände sehr. 

Das Schema ist meist so, dass es einen Binnen-Ort gibt, der ca. 5km im Landesinneren liegt und einen dazugehörigen, retorten mäßig geplanten Strandort (z.B. Biscarrosse & Biscarrosse Plage, Mimizan & Mimizan Plage und endlos so weiter…). Archetektonische Meisterwerke und schöne Ortskerne sind eher rar gesät und der Baustil ist eher touristisch-zweckmäßig und vom rauen Atlantik-Klima geprägt, gepaart mit Sonnenbleiche.  

Wenn man sich dran gewöhnt hat, wird man aber schnell in die Urlaubs- und Strandatmosphäre eingesogen, welche vor allem von den riesigen Stränden getragen wird.

Campen ist in Frankreich sehr populär, aber dieser Teil ist nochmal ein Ausreißer nach oben. Das könnte daran liegen, dass Urlaubshäuser in der Saison für Normalverdiener fast unerschwinglich sind und selbst einfache Urlaubshäuser nicht unter 2000 Euro pro Woche zu haben sind. Wer allerdings bis Anfang September wartet, zahlt von einer Woche auf die andere nur noch ⅓ des Saisonpreises.

Im August sind jedoch gerade viele Familien auf die halbwegs erschwinglichen Campingplätze angewiesen. Und wenn man nicht gerade Pech mit dem Wetter hat, sind diese für viele allein ein Grund nach Frankreich zu kommen.

Campen in Pinienwäldern nur einen Steinwurf vom Meer – das ist für viele genau die Romantik, die sie vom Surfen in Frankreich erwarten. 

Sandbänke und Wellen verstehen – Die Grundlage zum Surf in Frankreich!

Sandbänke beim Surfen in Frankreich

Etwas was du als Surfer in dieser Gegend verstehen solltest, ist, wie sich die Sandbänke hier formieren. Von oben sieht der Strand wie ein Kamm mit verbogenen Zacken aus, wobei sich die Zacken immer Richtung Süden ziehen.

So wechseln sich die “bancs”, also die Sandbänke und die “baines”, die Channel durch die das Wasser wieder abläuft, immer ab. Und das über mehrere hundert Kilometer. Die Bänke verschieben sich dabei permanent. Je größer die Wellen, desto mehr Bewegung ist auch im Sand. 

Das bringt zwei Dinge mit sich:

  1. Du musst immer wieder aufs Neue schauen, wo gute Wellen laufen.
  2. Wenn du bereit bist einige hundert Meter zu laufen, findest du häufig eine leerere Sandbank, insbesondere, wenn dort kein Strandzugang in der Nähe ist.

Surf-Spots in Gironde & Les Landes

In diesem Teil Frankreichs findest du den Archetyp des berüchtigten französischen Beach-Breaks. Wenn man ehrlich ist, unterscheiden sich die folgenden Spots wenig voneinander und viel hängt von der saisonalen Formation der Sandbänke ab. Im Endeffekt erwartet dich surftechnisch tatsächlich auf hunderten Kilometern das Gleiche.

Daher beschreibe ich hier ein paar ausgewählte Orte und das drumherum, das dich dort erwartet. Wir sind natürlich immer noch von Norden nach Westen unterwegs.

Carcans Plage

Carcans Plage ist ein netter kleiner Strandort. Wie überall an der südfranzösischen Küste ist es hier im Sommer sehr voll, pünktlich zum Saisonende werden hier aber mehr oder weniger die Bürgersteige hochgeklappt. Im Verhältnis zu vielen anderen Orten, insbesondere dem nahegelegenen Lacanau, ist Carcans Plage aber ein entspannter Ort. Mit einem Surfcamp und einem Surfshop gibt es hier sogar eine gewisse Surf-Infrastruktur.

Surf Carcans Frankreich

Lacanau

Lacanau ist immer mal wieder Austragungsort von Wettkämpfen der WSL Championship Tour gewesen und der weltweiten Surf-Elite daher gut bekannt. Ein Grund dafür dürfte die Größe und damit verhältnismäßig gute Infrastruktur von Lacanau, im Gegensatz zu den vielen anderen Strandorten in Südfrankreich sein.

Ansonsten herrscht hier eher Party-Atmosphäre auf überschaubarem Niveau. Wenn du auf sowas stehst, wirst du hier fündig. Ich persönlich mache eher einen Bogen um diesen Ort, aber jedem das Seine 😉

Surfen Lacanau Frankreich

La Sali

Ist eigentlich ein schöner Strand an dem ich schon häufig gute Sandbänke vorgefunden habe. Leider ist im Hintergrund ein Truppenübungsplatz und man wird häufig von tieffliegenden Kampfjets überflogen. Zudem führt am Südende des Strandes ein riesiges Rohr auf hohen Trägern Richtung Meer und am Auslass ist ein ziemlicher Gestank bemerkbar. Ich habe bisher noch nicht gewagt herauszufinden, was dort wohl rauskommt.

Ansonsten gibt es dort einen großen Parkplatz und eine Hütte an der man Essen und Getränke kaufen kann. Zudem finden hier oft lokale Wettkämpfe statt und manchmal wird man sogar angesprochen, ob man teilnehmen möchte.

Biscarrosse Plage

Biscarrosse Surfen Frankreich

Biscarrosse ist wieder so ein typischer französischer Strandort. Bisacrrosse Plage ist eher mittelgroß und vielleicht ein Kompromiss für diejenigen, die zwischendurch mal eine kleine Partytour machen wollen (allerdings nur in der Saison), es zwischendurch aber eher ruhig mögen. Wie an jedem Strandort gibt es natürlich auch Campingmöglichkeiten. 

Eine Besonderheit bei Biscarrosse sind die beiden Seen, die sich ca. 5 km im Landesinneren befinden und weitere Bade und Camping Möglichkeiten bieten. Zudem findet man hier oft deutlich weniger Wind und höhere Temperaturen als an den Meer-Stränden vor.

Mimizan

In Mimizan Plage herrscht eine sehr ähnlich Atmosphäre wie in Biscarrosse. Auch die Surfbedingungen sind vergleichbar. Typisch Süd-Frankreich, typisch Les Landes halt.

Mimizan Surf

Saint-Girons

St Girons ist vielen vielleicht als mehrfacher Austragungsort der deutschen Meisterschaft des Wellenreitverbandes bekannt. Ansonsten finden wir in St Girons auch wieder viel bekanntes. Einen Strandort und einen Binnenort, Campingplätze mit Pinien und kilometerweise weißen Sandstrand.

Im Ort selbst findest du einen Surfshop, einen Supermarkt, einige Bars und einen Skatepark. Ein Ort der viele glücklich machen dürfte.

Moliets

Moliets ist ein weiterer Ableger des typischen Strandortes in Les Landes und surftechnisch gibt es hier nicht viel neues zu erzählen. Außer, dass es hier eine Flussmündung gibt und sich an dieser tendenziell die besten Sandbänke zum Surfen formieren. Im Sommer ist es natürlich voll, aber Strand ist auch endlos – also mach ggf. einen kleinen Spaziergang.

Vieux-Boucau ist ein recht bekannter Surf Ort nördlich von Hossegor und Capbreton. Er ist eher belebt und bietet eine gute Infrastruktur. In der Saison ist es hier sehr voll, jedoch nicht ganz so wie in Capbreton oder Hossegor. Berüchtigt ist in Vieux-Boucau eine starke Querströmung, die dich bei großen Wellen gnadenlos mit nach Süden nimmt. Bei kleineren Wellen ist Vieux-Boucau durchaus auch etwas für Anfänger.

Seignosse

Surfspot Seignosse

Seignosse ist ein kleiner Küstenort, der bekannt ist für seine hohlen, schnellen Wellen. Wenn das European-Leg der World Championship Tour läuft, trifft man hier durchaus auch mal auf die Weltelite des Surfens. Im Sommer ist der Spot auch oft für Anfänger geeignet, wobei es für diese sicher bessere Optionen gibt. Genau wie in Vieux-Boucau ist Seignosse auch für starke Strömungen berüchtigt, insbesondere bei größeren Swells.

Hossegor

Surfen Hossegor

Das beste zum Schluss, weiter südlich nähern wir uns der Weltklasse! Hossegor ist nicht umsonst das Zentrum der französischen Surf-Industrie und auch internationale Marken haben hier ihre Verteilerzentren. Wenn du in Hossegor bist, kannst du davon profitieren, wenn du dich in die Zone Artizanale der Pedebert begibst, wo alle möglichen Surf- und Outdoor-Marken Outlets betreiben.

La Graviere in Hossegor gilt als einer der besten Beachbreaks der Welt und wenn das European Leg der Championship Tour läuft, bekommst du hier unter Umständen die besten Surfer der Welt zu sehen. Auch der Nahe Spot Les Culs Nus steht dem nicht viel nach. Beide haben jedoch eines gemein: Sie sind nur für Könner geeignet! 

Warum du dich als Urlaubssurfer eher in die Zuschauerposition begeben solltest, erklärt dieser Satz aus dem Spotguide bei Magicseaweed ganz gut:

“Rips can be arm-destroying, the shorebreak board-destroying, and the closeouts soul-destroying.” 

Mit La Sud gibt es in Hossegor einen Strand, der dir etwas kleinere Wellen bietet, wenn die anderen Spots zu groß sind. Doch bei größeren Wellen ist auch hier Vorsicht geboten: Dann kommt es zu einer starken Querströmung, die dich Richtung Hafen ziehen kann. Also nicht schlafen!

In Hossegor musst du im Wasser mit ziemlichen Crowds rechen und im Gegensatz zu den nördlicheren Strandorten ist es hier auch im Frühjahr und Herbst noch voll im Wasser, weil die umliegenden Spots mehr Flexibilität bei größeren Wellen bieten, als die Orte weiter nördlich.

Capbreton

Surfspots Capbreton Frankreich

Capbreton grenzt direkt an Hossegor und beginnt auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt. Mit der Hafenmole beginnend sind die Strandabschnitt hier durch mehrer weitere kleine Molen unterteilt. Durch die Hafenmole sind die nächstfolgenden Strände von den vorherrschenden Nord-West-Swells etwas abgeschirmt und die Wellen dort etwas kleiner.

Der erste Abschnitt La Centrale hat demnach meist die kleinsten Wellen, während es an folgenden Stränden Le Prevent und Santocha jeweils etwa größer bricht. Doch wenn ein richtiger Swell kommt sind die Wellen trotzdem hohl und schnell und eher in kleinen Bedingungen für Anfänger geeignet. 

Die folgenden Strände La Piste und VVF brechen in flachem Wasser und bieten Profis bei entsprechenden Bedingungen Gelegenheiten für Tube Rides. 

Eine Besonderheit in Capbreton ist ein Unterwassercanyon, der dafür sorgt, dass die Wellen hier generell schnell und steil brechen.

Surfen in Frankreich: Biarritz und Baskenland

Im Baskenland wandelt sich das Bild der Surfspots. Hier gibt es nämlich nicht nur die “klassischen” französischen Beach-Breaks, sondern auch zahlreiche Reef- und Point-Breaks.

Das Baskenland ist aber auch eine eher urbane Küstenregion und besonders im Sommer wird es hier unfassbar voll (ja, tatsächlich noch voller als in Hossegor).

Die Spots im Baskenland können mehr Swell vertragen und durch die häufigen Offshore Winde in dieser Zeit sind sie auch im Frühjahr und Herbst sehr beliebt (und voll). Während weiter nördlich außerhalb des Sommers die Menschenmasse sehr stark abnehmen, kommen ins Baskenland gerade davor und danach zahlreiche Leute zum Surfen.

Anglet

SurfenANgleit Baskenland Frankreich

Anglet ist noch von zahlreichen Beach Breaks geprägt. Z.B. Les Cavaliers, Les Corsaires oder La Magrague. Diese neigen dazu bei High Tide zu Shore-Breaks zu werden. Profis meistern dann die kurzen, schnellen und steilen Wellen noch, für Anfänger ist das Surf-Fenster dadurch jedoch etwas eingeschränkter.

Biarritz

Biarritz ist ein weltbekannter Ort für Surfer, weil es regelmäßiger Austragungsort eines Events der World Championship Tour ist. Alle Großen Wettkampfsurfer waren schon hier, um in der besonderen Atmosphäre des schmucken Städtchens um Sieg und Punkte zu kämpfen.

Vom Stadtbild her mutet Biarritz fast etwas mediterran an, doch an den Stränden schlagen kraftvolle Atlantikwellen von Weltruf ein. 

Die Beach-Breaks La Grande Plage und La Côte de Basque sind sehr facettenreich und bieten (abhängig von den Bedingungen) sowohl Anfängern als auch Weltklasse Surfern eine Spielwiese. Insbesondere La Grande Plage zieht aufgrund der zentralen Stadtlage eine unfassbare Menschenmenge an – wie man es sonst allerhöchstens an der Côte d’Azur sieht.

Surfen Biarritz

Südliches Baskenland

Südlich von Biarritz hat das Baskenland noch weitere “Surf-Diamanten” zu bieten. Der Offshore-Spot Belharra ist nur für Big Wave Surfer interessant (er brachte z.B. Jamie Mitchell einmal eine Wipe Out of the Year Nominierung bei den WSL Big Wave Awards). Auch der Spot Parlementia auf einem vorgelagerten Riff zieht bei entsprechenden Bedingungen Big Wave Surfer an.

Aber auch “normalsterbliche” fortgeschrittene Surfer kommen hier bei Reefbreaks wie Guetarie oder Lafitenia auf Ihre Kosten. 

Anfänger sind im Baie d’Hendaye gut aufgehoben. Die Wellen sind hier smoother und kleiner als an den meisten benachbarten Spots. Wenn es richtig groß wird, ist Hendaye auch bei erfahrenen Surfern beliebt.

Surfcamps in Frankreich

In Frankreich gibt es eine riesige Auswahl an Surfcamps, jedoch fokussieren diese sich auf den Südwesten des Landes. In der Bretagne gibt es kaum Surfcamps, was sicher mit dem weniger einladenden Wetter zu tun hat.

Das Schema der unzähligen Surfcamps in den südfranzösischen Departements Gironde und Les Landes ist dabei stets sehr ähnlich: Stationiert sind sie eigentlich immer auf einem größeren Campingplatz, in der Regel mit Strandzugang und inmitten von Pinienwäldern. Und bei schönem Sommerwetter und warmen Temperaturen erlebst du hier genau den Flair, der so viele deutsche Surfer immer wieder nach Frankreich zieht.

Es gibt in Frankreich viele deutsche Anbieter von Surfcamps, welche dir Surfunterricht auf deutsch bieten können. Es sei jedoch erwähnt, dass die übermäßige Verbreitung großer deutscher Surf-Camp-Ketten in Frankreich von der Surf Community durchaus kritisch gesehen wird.

Ansonsten hast du die Auswahl zwischen verschiedenen Unterkünften, vom einfachen Zelt über “Glamping” bis hin zum Mobile Home. Viele Anbieter teilen Ihre Camps auch sinnvollerweise bestimmten Altersgruppen oder Familien zu, so dass es möglich ist ein Camp mit passenden “Interessengruppen” zu wählen.

Wann ist die beste Reisezeit zum Surfen in Frankreich?

Die Frage nach der Reisezeit zum Surfen in Frankreich lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt zum einen von der Region und zum anderen von deinen persönlichen Vorlieben und Können ab.

Gironde und Landes

Am beliebtesten bei deutschen Surfern ist ohne Frage der Sommer. Das liegt auch daran, dass die bei deutschen besonders beliebten Regionen Gironde und Landes hier ihre Stärken ausspielen. Die offenen Beach Breaks machen aus jedem noch so kleinen Sommer Swell surfbare Wellen, bieten jedoch keinen Schutz vor massiven Winterwellen. 

Wer dem Sommertrubel etwas entgehen will, kann seine Reise in diese Departements im September planen. Mit dem Saisonende Ende August werden insbesondere in den kleineren Strandorten mehr oder weniger die Gehwege hochgeklappt. Die Bedingungen sind dabei verhältnismäßig gut, dass Wasser warm und das Wetter noch passabel.

Baskenland

Im Baskenland gibt es vor allem für Könner einige Ausweichmöglichkeiten, so dass man hier in den größeren Frühjahrs- und Herbstwellen gute Bedingungen findet. So entgeht man auch den kaum erträglichen Touristen-Strömen im Sommer (wobei es dafür im Wasser dafür umso heißer zur Sache geht). Im Winter wird es dann auch im Baskenland schwieriger und vor allem sehr kalt. 

Bretagne

Die Bretagne ist eine sehr flexible Region mit Spots in verschiedenste Ausrichtungen. Passende Wellen für verschiedene Könnenstufen lassen sich so auch im Winter finden. Wenn es nur nicht so kalt wäre! Es ist keine Ausnahme, dass im Januar und Februar die Wassertemperaturen unter 8°C fallen! Kombiniert mit kaltem Winterwetter ist das wirklich nur etwas für ganz hartgesottene mit dickem Neo, Hoodie und Booties.

Im nächsten Abschnitt findest du mehr Informationen zu den Wassertemperaturen, die dich erwarten.

Wassertemperaturen in Frankreich

Die europäische Atlantikküste hat zwischen Sommer und Winter generell eher moderate Temperaturschwankungen. Die Biskaya (das ist die gesamte westfranzösische Bucht von der Bretagne bis zum Baskenland) heizt sich besonders im Süden im Sommer verhältnismäßig stark auf- in Biarritz sind im Sommer auch mal 25°C Wassertemperatur drin! Das hat man sonst selbst deutlich weiter südlich (z.B. in Portugal) nur selten.

Hier ein Überblick über die mittleren Wassertemperaturen, die Surfer in Frankreich erwarten.

Wassertemperatur Surfen Frankreich Atlantik

Anreise

Frankreich hat die angenehme Eigenschaft unser direktes Nachbarland zu sein. Der Großteil der deutschen Surfer reist daher mit dem Auto an. So ist auch gleich die Mobilität vor Ort gesichert. Wenn du ein Surfcamp besuchst, wird dort jedoch häufig auch ein Pick-Up Service angeboten, der dich vom Bahnhof abholt. Ebenso bringen dich die gängigen Reisebus-Anbieter wie Flixbus und Co. bis in den Süden Frankreichs (z.B. nach Bordeaux).

Bordeaux ist wohl auch der Flughafen, der für Surfer am meisten Sinn macht. Denke jedoch an deinen CO2 Footprint und mache lieber ein Auto voll mit Gleichgesinnten oder halte in Facebookgruppen Ausschau nach Mitfahrgelegenheiten, die Geldbeutel und Umwelt schonen!

Das Frankreich bei Campern sehr beliebt ist, ist kein Geheimnis. Freistehen ist jedoch verboten und die Campingplätze in Südfrankreich der Saison teilweise recht teuer. Zudem sind viele attraktive Parkplätze an den Stränden mit Höhenbegrenzungen versehen. Hinzu kommen hohe Autobahngebühren für Wohnmobile. Die Freiheit eines Wohnmobils lässt sich in Frankreich nicht so gut auskosten wie anderswo und häufig ist man mit einem Zelt besser bedient (und immer günstiger).

Surfen in Frankreich – Häufig gestellte Fragen

Wo kann man in Frankreich gut Surfen?

Bei deutschen Surfern besonders beliebt ist das Departement Les Landes, südlich von Bordeaux. Es gibt jedoch noch viele andere Möglichkeiten. Einen Überblick gibt dir unser Frankreich-Guide.

Wann kann man in Frankreich am besten surfen?

Am beliebtesten ist der Sommer von Juni bis August. Erfahrene Surfer finden in der Vor-Saison (April/Mai) und Nachsaison (September/ Oktober) kraftvolle Wellen. Es hängt aber vom genauen Ort und deinem Können ab. Weitere Infos zur Surfsaison findest du hier.

Kann man in Biarritz surfen?

Ja! Biarritz ist ein absoluter Surf Hotspot in Frankreich, leider meist sehr überfüllt. Schau dir am besten unseren Spot-Guide an!

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Über den Autor

Eric Lafargue

Eric ist Besitzer der seit Jahrzehnten etablierten französischen Surfschule KI Surf School in Hossegor und teilt hier mit euch die Liebe zu Surfszene und Wellen seiner Heimat, insbesondere Südfrankreich. Die Französischen Surf-Hochburgen Biarritz, Hossegor , Seignosse und Capbreton kennt er wie seine Westentasche.

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