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Stehende Welle

Als stehende Wellen werden beim Surfen Wellen bezeichnet, welche sich nicht bewegen. Aufgrund des “Stillstandes” handelt es sich eigentlich nicht um Wellen im physikalischen Sinn. Vielmehr sind es Strömungen, welche das “Face” einer echten Welle im Meer nachbilden.

Unter den richtigen Bedingungen sind stehende Wellen surfbar. Mittlerweile wird auf einer Vielzahl künstlicher und natürlicher stehender Wellen gesurft. Dies wird unter dem Oberbegriff stationäres Surfen zusammengefasst.

Wie echte Wellen im Meer unterscheiden sich auch stehende Wellen in ihren Eigenschaften wie z.B. Kraft und Größe. In mancherlei Hinsicht ähnelt das Fahrverhalten beim stationäres Surfen dem Surfen im Meer. Daher können stehende Wellen auch zum Training von Bewegungsabläufen genutzt werden.

In mancher Hinsicht gibt es jedoch auch gravierende Unterschiede. So entsteht beim Wellenreiten im Meer auch beim reinen Trimmen kinetische Energie, welche für Stabilität sorgt. Die Fahrt stabilisiert sich durch die Eigengeschwindigkeit der Welle, ohne dass der Surfer ein Manöver fährt.

Bei einer stehenden Welle gibt es diesen Effekt logischerweise nicht. Dadurch wird das Trimmen eine sehr wackelige Angelegenheit. Stabilität erlangt man nur durch Geschwindigkeit beim Manöver fahren. Für Anfänger, die keine Manöver fahren, ergibt sich so zunächst kein wirkliches Surf-Feeling. Da stehende Wellen viel berechenbarer sind als Meereswellen, können diese jedoch schneller erlernt werden.

Natürliche stehende Wellen (Flusswellen)

Der Begriff natürlich ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Wirklich natürliche Flusswellen sind eher selten. Meistens ist für die Wellenbildung eine von Menschenhand eingerichtete Staustufe verantwortlich. Deren primärer Zweck ist jedoch meistens nicht das Surfen von Flusswellen. An manchen Orten wurden jedoch auch schon Staustufen eigens zum Surfern errichtet oder bestehende optimiert, um eine bessere Welle zu erhalten (z.B. am Eisbach).

Das Surfen auf Flusswellen wird River-Surfen genannt. Mit wachsender Popularität des River-Surfens werden immer neue River-Surfspots entdeckt, welche Surfbar sind. Der in Deutschland (und vielleicht sogar der Welt) bekannteste River-Spot ist der Münchener Eisbach. Aber auch auf zahlreichen anderen Flüssen wird in Deutschland mittlerweile gesurft. Die meisten sind jedoch nicht so konstant wie der Eisbach und die Surfbarkeit hängt stark davon ab, wie viel Wasser der Fluss trägt.

Künstliche stehende Wellen

Künstliche stehende Wellen finden in den letzten Jahren immer mehr Verbreitung. Hier gibt es einige abenteuerliche Konstruktionen, die teilweise keine Wellen im eigentlichen Sinn sind, nicht mit normalen Boards surfbar sind und auch sonst nicht viel mit dem Wellenreiten zu tun haben (Z.B. Flowrider).

In Deutschland verbreiten sich glücklicherweise auch einige bessere Umsetzungen, wie z.B. die von CityWave oder sie See-Welle von Unit Park-Tech mit der ersten Anlage in Langenfeld. Diese sind kraftvoller als die meisten Flusswellen und stehen Surfern an verschiedenen Orten gegen Bezahlung zur Verfügung.

Kritisch zu betrachten ist der Umweltaspekt. Die Hersteller weisen jedoch auf die hohe Effizienz der Anlagen hin. Einige Kritiker weisen zudem auf eine generelle Problematik künstlicher Wellen (sowohl stationärer als auch Wave Pools) hin: Es entwickle sich eine Generation von Surfern, deren Fähigkeiten zur Einschätzung und Bewältigung von Gefahren im Meer nicht mit ihren Surf-Skills schritt hält.

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